Urs Lysser, VR-Präsident der AIP AG, hat Thomas Keller von der Firma Kellex zu einem Gespräch über die Pensionskassenlösung der AIP eingeladen. Thomas Keller hat diese Lösung konzipiert und begleitet als Finanzpartner die AIP-Kunden rund um Themen der 2. Säule.

Thomas Keller
Pensionskassenexperte | Kellex
«Als Unternehmer sollte man sich keine VOR-SORGE machen, sondern Prévoyance – zu Deutsch: vorausschauend sein.»

Urs Lysser
Verwaltungsrats-Präsident | AIP AG
«Wir investieren unser PK-Geld identisch wie dasjenige unserer Kunden.»
Der Trend zum Kapitalbezug
Urs Lysser: Thomas, wenn du heute auf die Schweizer Pensionskassenlandschaft blickst: Was hat sich in den letzten 5–10 Jahren am stärksten verändert?
Thomas Keller: Die Höhe der Kapitalbezüge hat sich in den letzten fünf Jahren stark verändert. Heute werden in der Tendenz mehr als 50% als Kapital bezogen. Der Trend ist abhängig von verschiedenen Faktoren, aber verstärkt sich immer noch.
Urs Lysser: Was ist der Grund dafür und wie reagieren die Pensionskassen darauf?
Thomas Keller: Die Versicherten erhoffen sich mit Kapitalbezügen (vermeintlich) höhere Renditen, wünschen deutlich mehr Flexibilität als früher sowie die Möglichkeit, das Kapital zu vererben (Rückgewähr). Dennoch sollen Anreize geschafft werden, damit die Versicherten von einer lebenslangen und garantierten Rente – für sich und ihre Liebsten – und zusätzlich mit neuen Modellen auch von rentenergänzenden Komponenten profitieren können.
Neue Modelle: 100%-Rente, Kapitalergänzung und die 13. PK-Rente
Urs Lysser: Was beobachtest du für Trends und wie berätst du als PK-Experte die verschiedenen Pensionskassen?
Thomas Keller: Bei verschiedenen Pensionskassen passen wir die Reglemente so an, dass beispielsweise der überlebende Partner eine 100%-Rente erhält, zusätzlich ein Kapital (Teilweise Rückgewähr des für die Rente in der Pensionskasse reservierten Kapitals) ausgezahlt werden kann und sogar eine 13. PK-Rente bei positiven Renditen – identisch zur Mehrverzinsung bei den Aktiven Versicherten – möglich ist.
Urs Lysser: Wie bitte? Eine 13. PK-Rente? Wie soll das finanziert werden?
Thomas Keller: Durch Weitsichtigkeit und Flexibilität ist die Idee mittelfristig für die Aktiven Versicherten eine Zielverzinsung deutlich über dem BVG als auch für die Rentner systematisch Zusatzrenten über die Marge der Anlagerendite zu finanzieren. Das ist solidarisch, weil auch das Vorsorgekapital der Rentnerinnen und Rentner eine Rendite erzielt und so alle Destinatäre davon profitieren können.
Urs Lysser: Die Pensionäre der letzten 10 Jahre kamen teilweise auch in den Genuss von Traum-Umwandlungssätzen. Ein Umwandlungssatz von 6,8% entspricht einer sicheren Rendite von fast 5%. Wie soll das nachhaltig realisiert werden, solange Obligationen zu 0% einen Grossteil der Asset Allokation bilden?
Thomas Keller: Die Umwandlungssätze sind heute deutlich tiefer und mit einem Zins von rund 1.5% berechnet. Die erwähnten Rentenkapitalien mussten in den letzten 10-15 Jahren nachfinanziert werden, weil die Renditen von 5% heute nicht mehr realistisch sind. Die Aktiven Versicherten haben dafür als Ausgleich von den sehr guten Renditen mit hohen Mehrverzinsungen deutlich mehr profitiert.

Beratungsbedarf und Komplexität
Urs Lysser: Gibt es weitere Trends, die du heute beobachtest?
Thomas Keller: Die zunehmende Flexibilität und die laufend wechselnden Familienkonstellationen und Bedürfnisse erhöhen den Beratungsaufwand der Kassen. Diesen fehlt jedoch häufig die nötige Kapazität und zum Teil auch die fachliche Kompetenz.
Urs Lysser: Worauf ist bei einer solchen Beratung besonders zu achten?
Thomas Keller: Einfache und verständliche Kommunikation ist das A und O. Bei Kapitalbezügen kommt zusätzliche Komplexität hinzu. Genau hier braucht es unabhängige Finanzberater wie die AIP, die ihre Kunden objektiv begleiten können.
Definition: Was sind 1e-Pläne?
1e-Pläne sind individuelle Vorsorgelösungen für Einkommen über CHF 136’080.–. Der Versicherte kann die Anlagestrategie vollumfänglich selbst wählen und trägt damit sowohl die Chancen als auch die Risiken der Kapitalanlage.

1e-Pläne: Nische oder Zukunftsmodell?
Urs Lysser: Wie ordnest du 1e-Pläne im heutigen Vorsorgesystem ein – sind sie Nische oder werden sie zunehmend zum Standard für bestimmte Zielgruppen?
Thomas Keller: 1e-Pläne haben sich als Lösung für gutverdienende Angestellte, beispielsweise Kader mit Finanzwissen, etabliert. Mit zusätzlicher individueller Beratung machen 1e-Pläne als Ergänzung zur Basispensionskasse absolut Sinn und können grossen Mehrwert generieren.
Langlebigkeit als Chance
Urs Lysser: Wenn wir Langlebigkeit nicht als Risiko, sondern als Chance betrachten: Was bedeutet das für die Ausgestaltung moderner Pensionskassenlösungen?
Thomas Keller: Flexibilität, Einfachheit und eine garantierte Verzinsung – auch für Rentnerinnen und Rentner – sind entscheidend. Ziel ist für den Aktiven Versicherten gute Verzinsungen während seiner Aktivzeit zu generieren und dann ein inflationsbereinigtes Einkommen, das den Lebensstandard als Rentner lebenslang sichert. Für die Besserstellung als Rentner, bspw. in den ersten zehn Jahren nach Pensionierung mit erhöhtem Kapitalbedarf, machen ergänzende Modelle für eine Rentenverbesserung Sinn.
Empfehlung: Prévoyance statt Vorsorge
Urs Lysser: Was würdest du einem Unternehmer oder Kader raten, der seine Vorsorge aktiv gestalten möchte – über die klassische Pensionskasse hinaus?
Thomas Keller: Wir sollten uns das französische Wort für die Vorsorge zu Herzen nehmen: «Prévoyance» – vorausschauend sein und sich keine Sorgen machen. Man soll die Vorsorge aktiv gestalten und die ganze Bandbreite an Möglichkeiten nutzen: Eine Basiskasse für Sicherheit, Ergänzungskassen mit individuellen Wachstumschancen und eine 3. Säule für das persönliche Sparen.

«Lieber Thomas – vielen Dank für deine Ausführungen. Seit der Gründung der AIP hat sich vieles verändert. Das gesamte AIP-Team ist dir heute dankbar, dass du uns bereits bei der Gründung mit diesen Grundsätzen begleitet hast. Wir haben eine Basiskasse mit Zusatzversicherungen geschaffen, und jeder kann seine individuelle Strategie wählen – denn wir investieren unser persönliches PK-Geld identisch wie dasjenige unserer Kunden.»
— Urs Lysser | VR-Präsident AIP AG
— Urs Lysser | VR-Präsident AIP AG
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